St.Stephanus Lessenich - Die Kirche

Geschichte des Ortes Lessenich und der Pfarrkirche

St.Stephanus in Lessenich
St.Stephanus in Lessenich

Bereits im Anfang des 11. Jh. ( 1023 ) ist die Abtei S. Maximin zu Trier in Lessenich begütert. Im Jahr 1169 vergleicht die Abtei sich mit dem Herrn von Burg Zievel über Vogtei der Güter und Patronat der Kirche in Lessenich. Die erste Kirche wurde wahrscheinlich vom Maximinstift von Trier im 8. Jh. in Holz errichtet. Von der Abtei Prüm aus wurde Lessenich um 893 pastoriert. Dies wurde im dortigen Güteverzeichnis erwähnt. 814-840 wurde das Frankenland in kirchliche Bezirke eingeteilt. Lessenich gehörte damals zum Dekanat Zülpich.

 

Die heutige Kirche kann man in verschiedene Bauphasen aufteilen: Chorraum und Turm stammen aus 15. Jahrhundert

Das Langhaus in seiner jetzigen Form wurde in den Jahren 1724 - 1734 errichtet. Bei der heutigen Kirche handelt es sich um einen einschiffigen verputzten Bruchsteinbau mit dreiseitig geschlossenem Chor und schlankem vorgelagerten Westturm. Im Lichten ist die Kirche 18,20 lang, 9 m breit. Das Langhaus hat an jeder Seite drei einfache Stichbogenfenster. An der Nordseite des Chores befindet sich die Sakristei.

Das Gesamtbild der Kirche lädt förmlich zum Besuch der Gottesdienste ein.

Pfarrpatron St.Stephanus

St.Stephanus
St.Stephanus

Schutzpatron unserer Pfarrkirche ist der erste Märtyrer in Kirchengeschichte der Hl. Stephanus. Schon bevor man 415 die Reliquien des durch den Bericht in der Apostelgeschichte bekannten Erzmärtyrers in Jerusalem auffand, dürfte seine Verehrung verbreitet gewesen sein. Der Festtag des Hl. Stephanus begeht die Kirche am 26.12.

Im Rahmen der Renovierung der Pfarrkirche in 1998 wurde die Skultur des Hl. Stephanus restauriert.

Der älteste Teil der Pfarrkirche ist der Chorraum

Chorraum St.Stephanus
Chorraum St.Stephanus

Der Chorraum ist der wohl älteste Gebäudeteil unserer Kirche, denn hier findet man die Jahreszahl 1499. Das sogenannte Sterngewölbe des Chorhauses ist reich ausgebildet, es hat sehr zierliche Rippen, die ohne Vermittlungsglieder aus der Wand herauswachsen. In dem Schlufsstein befindet sich das Metternische Wappen ( drei Muscheln). Die noch reichlich vorhandenen Fresken wurden bei der Renovierung 1998 denkmalschützerisch bearbeitet und noch mehr hervorgehoben.

Bau und Finanzierung des Turmhelms (1587)

Jahresstein St.Stephanus
Jahresstein St.Stephanus

Der viergeschossige Turm zeigt ein einfaches rundbogiges spätgothisches Portal. Über dem zweiten Geschoss ein feines gothisches Gesims. Die Glockenstube ist mit je einem Doppelfenster mit Mittelsäulen ohne Kapitale ausgestattet. Vom 11.Jh. bis zum 18.Jh. besaß der Kirchturm keinen Helm.

 In der Amtszeit von Pfr. Johann Friedrich Humbroich ( auch Homberg) 1767-1785 erhält die Kirche den Turmhelm. Frhr. von Harff- Dreyborn hat hierfür, wie auch für die Kanzel und die Seitenaltäre die notwendigen Geldmittel bereitgestellt.

Glocken

Glocke von 1952
Glocke von 1952

Glocke aus dem Jahr 1952, gewidmet der Muttergottes MARIA BITT BEI DEINEM SOHN UM GNADE FÜR UNS AN SEINEM THRON Glockengießer: August Mark, Eifeler Glockengießerei, Brockscheid/Daun

Glocke von 1953
Glocke von 1953

Glocke aus dem Jahr 1953, gewidmet dem Hl. Erzengel Michael St. MICHAEL, MIT SCHILD UND

SCHWERT, BESCHÜTZE KIRCHE,

HIRT UND HERD Glockengießer: August Mark,

Eifeler Glockengießerei, Brockscheid/Daun

Glocke von 1532
Glocke von 1532

Glocke aus dem Jahr 1532, gewidmet dem Hl. Stephanus STEPHANI HEYSCHEN ICH

IN DYE EHRE GOTZ LVDEN ICH

DEN DONRE VERDRYVEN ICH

JAN VAN TRYER GOVS MYCH

ANO XXXII Glockengießer: Jan (II) van Trier


Inneneinrichtung

Seitenaltar aus dem 18. Jahrhundert
Seitenaltar aus dem 18. Jahrhundert

Seitenaltäre, Kanzel und Inneneinrichtung stammen aus der Zeit 1737 -1785 von Peter Kleinermann aus dem nahen Obergartzem, der auch dort die wertvolle Kanzel in Eichenschnitzerei geschaffen hat. Das Geld hierfür wurde von Frhr.von Harff-Dreyborn bereitgestellt.

Eingangstür über die Gerichtsbarkeit in Lessenich

Tür St.Stephanus Lessenich
Tür St.Stephanus Lessenich

Die Eingangstür zur Pfarrkirche ist ein äusseres Zeichen dafür, dass hier vor Ort die Gerichtsbarkeit ansässig war. Der Abt der Benediktinerabtei Maximin hatt als Grundherr in Lessenich die Vogtei, die Gerichtsbarkeit, das Zehntrecht und das Patronatsrecht zur Pfarrbesetzung, das er aber später mit Zievel teilen musste. Ab da wurden Herrschaft und Gericht durch das Herrengericht Zievel ausgeübt, dessen Sitzungen dort auch stattfanden. Dem Gericht gehörten an : der Schultheis, der vom Herzog von Jülich ernannt wurde, der Statthalter. Die Orte Lessenich und Rißdorf stellten die Schöffen(scabini). Verantwortlich für das Protokoll war der Gerichtsschreiber, die Vollzugsgewalt im Gerichtshaus lag beim Gerichtsboten.

Das Gericht verfügte über die niedere und mittlere Gerichtsbarkeit und konnte Geld- oder Haftstrafen verhängen. In dieser Zeit lag die höhere Gerichtsbarkeit und Berufungsinstanz beim Kurfürsten und Herzog in Düsseldorf. Besonderheit: Aus den Schöffen von Lessenich und Rißdorf wurde je einer zum Ortsvorsteher bestellt als Vertreter der Nachbarschaften.

Musikinstrumente

Orgel in Lessenich
Orgel in Lessenich

Die Orgel besteht wohl aus Eichenholz, der Spieltisch aus polnischem, wohl dunkel gebeiztem, Kiefernholz. Die Orgelpfeifen bestehen aus Zinn. Im Jahre 1861 hat die Fa. Gebr. Müller, Reifferscheid, dieses Instrument gebaut, welches mit 13 Registern und einem Manuale ausgestattet war. Fast alle Gemeindemitglieder haben sich am dem 1.036,00 Talern teuren Ankauf beteiligt. Im Jahre 1931 wurde die Orgel von der Fa. Weimbs, Hellenthal, Nachfolgebetrieb der Fa. Gebr. Müller, komplett restauriert und um ein Manual und ein Pedal erweitert. Das Pfeifengehäuse hat bis heute äußerlich sein ursprüngliches Erscheinungsbild beibehalten.

Bis 1931 stand das Gehäuse direkt auf der Orgelbühne. Durch die Restaurierung in 1931 wurde das Orgelgehäuse durch Holzpfeiler erhöht, um dadurch Platz für den Kirchenchor zu schaffen. Der Spieltisch, von dem aus die pneumatischen Kegelladen angesteuert werden, wurde an die Nordseite der Orgelempore versetzt, wo er sich auch heute noch befindet.

Das kleine Instrument fügt sich gut in den Kirchenraum ein und vermag diesen angemessen zu beschallen.

Steckbrief der Orgel in Lessenich:

Erbauer: Fa. Gebr. Müller, Reifferscheid

Baujahr: 1861 

Umbauten: 1931 durch Joseph Weimbs, Hellenthal:

zweites Manual und Pedal, Gehäuse auf Holzstelzen, Spieltisch nach rechts

1998 wird für das Cornett 3f eine Terz 1 3/5 eingebaut

Spieltraktur: pneumatische Kegelladen

Registertraktur: pneumatisch

Disposition:

Hauptwerk:

Bordun 16´ (ab c)

Prinzipal 8´

Fernflöte 8´

Oktave 4´

Quinte 2 2/3´

Piccolo 2´

Terz 1 3/5´

Hinterwerk:

Hohlflöte 8´

Salicional 8´

Vox coelestis 8´

Flaut dolce 4´

Pedalwerk:

Subbass 16´

Cello 8´ (Extension aus Subbass, Beschriftung falsch!)

Normalkoppeln, Superkoppel II-I, Subkoppel II-I

Walze als Tritt, drei feste Kombinationen, Walze ab